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Abschied vom Gemeindezentrum Katernberg-Nord

Gottesdienststätte wurde entwidmet

(Essen, 17.10.2021) Der 17. Oktober war für die Kirchengemeinde Essen-Katernberg ein schmerzlicher Tag: Sie hat sich mit einem Abendmahlsgottesdienst von ihrem Gemeindezentrum Nord, Josef-Hoeren-Straße 272, verabschidet; die Leitung hatten Pfarrerin Annette Stolte und Skriba Silke Althaus. Es war nach dem Abriss der Kirche Neuhof vor zehn Jahren schon die zweite von drei Predigtstätten, die die Gemeinde aufgeben musste. Zukünftig werden allein die Glocken der großen Kirche am Katernberger Markt die Menschen zum Gottesdienst rufen.

„Ein gut gestalteter Abschied ist natürlich wichtig“, erklärt Pfarrerin Annette Stolte. „Da dürfen die Besucherinnen und Besucher ruhig einen Kloß im Hals haben, es darf auch gerne sehr emotional sein. Bei der Gemeindeversammlung im August habe ich gespürt, wie sehr den Gemeindegliedern diese Räume am Herzen liegen. Das Abendmahl haben wir gefeiert, um uns für den Übergang zu stärken.“ Als das Gemeindezentrum Nord im Jahr 1967 eingeweiht wurde, hatte die Kirchengemeinde rund 12.000 Mitglieder; heute sind es noch etwa 4.300. Dass die Schließung des Gemeindezentrums Nord unumgänglich ist, um die Gemeinde zukunftsfähig aufzustellen, wurde auf Gemeindeversammlungen im Jahr 2019 und zuletzt im August noch einmal mit großer Einmütigkeit festgestellt.

Die Folgen – ein Umzug der Angebote in das rund zwei Kilometer entfernte Gemeindezentrum Mitte – sind in den betroffenen Gruppen ausführlich beraten worden und auch die zukünftige gottesdienstliche und seelsorgliche Versorgung der Gemeindeglieder im Bezirk Nord ist schon recht gut eingeübt: Bereits seit mehreren Monaten finden die Gottesdienste der Gemeinde ausschließlich in der Kirche am Katernberger Markt statt; falls nötig, kann auf einen Fahrdienst zurückgegriffen werden.

Was bleibt, sind viele schöne Erlebnisse aus den vergangenen fünfzig Jahren, an die sich Petra Wagner, ehemalige Presbyterin der Gemeinde, mit Wehmut erinnert: Sie berichtet von den Gottesdiensten mit ihrer besonderen Liturgie und ausgewählter Musik, den bunten Nachbarschaftsfesten an Pfingsten und so manch gelungener Initiative, die gemeinsam mit vielen Ehrenamtlichen durchgeführt wurde – wie die Verschönerungsaktion für den Innenraum, die die Gemeinde einmal ein paar Tage vor dem Heiligabendgottesdienst gewann und die dank einer engagierten Firma und der großartigen Unterstützung durch viele Gemeindeglieder trotzdem noch pünktlich vollendet werden konnte.

Als der finanzielle Druck in den Jahren 2008 und 2009 immer größer und die Schließungspläne konkreter wurden, haben sich viele Katernbergerinnen und Katernberger aktiv für den Erhalt des Gemeindezentrums eingesetzt – auch das gehört zu den Erinnerungen.

Nach der nun erfolgten Entwidmung will die Gemeinde das Grundstück verkaufen; dort sollen Häuser gebaut werden. Die Kindertagesstätte bleibt erhalten; für die Jugendarbeit wird es Räumlichkeiten geben. Die Glocken und die Orgel werden veräußert; das Abendmahlsgeschirr und der Kirchentagsbecher finden ihre neue Heimat in der Kirche am Katernberger Markt. Was mit dem Altar und dem Taufbecken passiert, steht noch nicht fest – das Presbyterium prüft zurzeit, ob eine der Kirchengemeinden, die besonders von der Hochwasserkatastrophe betroffen sind, dafür Verwendung haben könnte.

 

 

 

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