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Zum Suizidpräventionstag

Bewegendes Gedenken und Kerzen in der Marktkirche

Essen, 09.09.2026. In einem bewegenden Gottesdienst in der Marktkirche gedachten am Mittwochabend (09.09.) rund 50 Besucherinnen und Besucher der Menschen, die im vergangenen Jahr durch Suizid verstorben sind, und sprachen deren Angehörigen Trost und Mut zu. Laut Statistik nimmt sich in Essen im Durchschnitt in jeder Woche ein Mensch das Leben.

TRAUER UND SCHMERZ, FRAGEN UND ZWEIFEL - UND EINE LEERE

Zur Gedenkfeier eingeladen hatten der Förderverein Essener Telefonseelsorge (FETS) und die Telefonseelsorge Essen, unterstützt durch die „U25 Gelsenkirchen“, die Jugendliche und junge Erwachsene in suizidalen Krisen betreut. „Suizid ist kein Thema, das irgendwo weit weg passiert“, sagte Michael Denzin vom FETS-Vorstand in seiner Begrüßung. Es betreffe vielmehr Menschen, die mitten unter uns sind, und Menschen, die einen anderen Menschen verloren haben. Denzin: „Zurück bleiben dann Trauer und Schmerz, Fragen und Zweifel und manchmal eine Leere, für die es keine Worte gibt.“

Der weltweit am 10. September begangene Suizid-Präventionstag will Wege aus dieser Sprachlosigkeit aufzeigen und Politik und Gesellschaft mahnen, sich stärker beim Thema Suizidprävention zu engagieren. Bei der Gedenkfeier in der Marktkirche, die von Prädikantin Birgit Dinglinger geleitet wurde, kamen auch zwei Hinterbliebene zu Wort, die nahe Menschen durch Suizid verloren haben. Es gab Musik mit Saxofon und Klavier; Höhepunkt war das Entzünden von Kerzen für die Toten und ihre Angehörigen.

FORUM AUF DEM ZOLLVEREIN-GELÄNDE

Am Donnerstag (10.09.) stand dann von 14 Uhr bis 17.30 Uhr ein Fachforum mit 70 Fachleuten und Interessierten auf der Zeche Zollverein auf dem Plan. Das Thema: „Suizidprävention bei jungen Menschen“. Auf dem Podium diskutierten unter anderen: Susanne Abel, Leiterin der Essener Telefonseelsorge, Propst Markus Pottbäcker (ehemaliger Essener Jugendseelsorger) und Chantal Abt, Leiterin der „U25 Gelsenkirchen“.

Am Rande der Veranstaltung gab es „Gedichte aus der Schreibmaschine“ von Autor Niclas Arenz. Arenz schreibt auf seiner kleinen „Olympia“ Texte auf Zuruf. Die Person erzählt knapp von einem Thema, das sie beschäftigt – und der Autor denkt sich dazu spontan ein Gedicht aus.

Unser Titelfoto zeigt v.li.n.re. Chantal Abt, Prädikantin Birgit Dingliger, Peter Toussaint (Vorsitzender FETS e.V.), Dieter Schachta (Essener Selbsthilfe-Gruppe der Hinterbliebenen nach Suizid) und Michael Denzin (FETS-Vorstand). Foto: Kirchenkreis Essen/Stefan Koppelmann

 

 

 

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