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125 Jahre Kirche Katernberg
Gemeindefest am 13. September
Essen, 11.09.2026. Mit einem Gemeindefest feiert die Evangelische Kirchengemeinde Katernberg am Sonntag, 13. September, das 125jährige Bestehen ihrer Kirche am Katernberger Markt. Die Veranstaltung beginnt mit einem Jubiläumsgottesdienst um 10.30 Uhr. Für die musikalische Gestaltung sorgt der Menschenstadt-Chor; die Predigt hält Skriba Silke Althaus.
Im Anschluss sorgen Haupt- und Ehrenamtliche, die Kindertagesstätten und die offene Jugendarbeit der Gemeinde für Abwechslungs: Es gibt Spiele für Kinder und Jugendliche; eine Ausstellung mit vielen historischen Fotos informiert über die spannende Geschichte dieses evangelischen „Bergmannsdoms“. Passend auch zum „Tag des offenen Denkmals“, werden Kirchen- und Orgelführungen angeboten. Um 13 Uhr treffen sich Kinder und Erwachsene im benachbarten Gemeindezentrum zum Singen von Disney-Songs; beim offenen Singen für Erwachsene um 15 Uhr stehen Titellieder aus bekannten Filmen auf dem Programm - Vorkenntnisse sind nicht erforderlich!
Kleine und große Gäste können ein Modell der Kirche bestaunen, das ganz aus Legosteinen gefertigt wurde. Für das leibliche Wohl sorgen Grillwürstchen und vegetarisches Grillgemüse, eine Cocktailbar der Konfirmandinnen und Konfirmanden, Waffeln und Popcorn, Reibekuchen und Softdrinks.
IM RHEINLAND EINZIGARTIG
„Diesen Raum nicht gesehen zu haben, ist ein Verlust“, heißt es im Standardwerk „Kirchen, Kapellen, Synagogen in Essen“ (Essen 1998) über das nach Plänen des Architekten Carl Nordmann erbaute und 1901 in Dienst gestellt Gotteshaus. Tatsächlich gilt die aus Stahl, Stein und Holz errichtete Kirche bis heute als einzigartig. Mit 1.430 Sitzplätzen (inklusive der heute nicht mehr nutzbaren, in die Kirchenbänke integrierten Notsitze) hielt sie bei ihrer Einweihung den Sitzplätze-Rekord einer evangelischen Kirche im Rheinland.
Architektur und Bauweise künden vom einstigen Wachsen des Bergbaus, der Zechen und der Gemeinden. Heute ermöglicht die letzte Essener Kirche mit komplett erhaltener Stahlsäulenhalle und weitgehender Originalsubstanz den Besucherinnen und Besuchern ein Eintauchen in das Flair längst vergangener Zeiten – den typischen Geruch geölter Holzböden inklusive.
EINZIGARTIGES ENGAGEMENT
Was diese Kirche außerdem so besonders macht, sind die vielen Menschen, die sich im Laufe ihrer Geschichte um sie gekümmert haben und weiter kümmern. Angefangen von den Zollverein-Gründern, der Familie Haniel, die der Gemeinde das Grundstück schenkte, den vielen Mitgliedern der Gemeinde und den Bergwerks- und Fabrikbesitzern, die für den Kirchenbau spendeten. Engagierte Pfarrer wirkten hier, ob widerständig in der NS-Zeit – der erste Satz der Barmer Theologischen Erklärung an der Altarwand würdigt ihren Einsatz gegen Diktatur und Führerkult – oder sozial und friedensbewegt in der Nachkriegszeit.
SANIERUNG DANK ESSENER KONSENS
Herausragend auch, wie sich zahlreiche Institutionen und Persönlichkeiten aus Kirche, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft im „Essener Konsens“ zusammenfanden und ab 2000 eine umfassende, erfolgreiche Sanierung auf den Weg brachten. Und nicht zuletzt verdient das ehrgeizige, im Jahr 2021 weitgehend vollendete Projekt, die Sauer-Konzertorgel auf ihre ursprüngliche Disposition zurückzuführen, eine würdigende Erwähnung.
Es wäre vermessen, die Verdienste Einzelner, die das Fortbestehen dieser Landmarke im Stadtteil gewährleistet haben und bis heute garantieren, zu betonen. Zahlreiche Presseartikel im Kirchenarchiv nennen ihre Namen und bewahren die Erinnerung an ihr Engagement.
